Schokoladentafel mit Haselnüssen

Wie die Schokolade in die Schweiz kam

- Schokolade

Wie die Schokolade vom Dschungel in die Schweiz kam..

In der Schweiz wachsen bekanntermaßen keine Kakaobäume und sie ist auch zu keiner Zeit eine Kolonialmacht gewesen. Es stellt sich also die Frage, wieso ausgerechnet dieses kleine Land im Herzen von Europa zu einer führenden Schokoladen-Nation werden konnte, die so unverzichtbare Schokoladen-Erfindungen wie die Haselnussschokolade, die Milchschokolade und die gefüllte Schokolade hervorbringen konnte.

Hernando Cortés, der blutrünstige spanische Eroberer, brachte die Kakaobohne nach Europa. Auf ihrem Weg in die Schweiz musste sie allerdings noch in Belgien Station machen, schließlich gehörte Belgien damals zu den Niederlanden und besaß damals wie heute wichtige Seehäfen. Aus Brüssel brachte der Züricher Bürgermeister Heinrich Escher im Jahre 1697 die Schokolade in die Schweiz. Sie wurde zunächst nur heimlich konsumiert und einige Jahre später ganz vom Stadtrat verboten, da sie auf Grund ihrer angeblich aphrodisierenden Wirkung als für ?tugendhafte Menschen unpassend? befunden wurde.

Doch der süßen Versuchung konnte auf Dauer selbst der tugendhafteste Schweizer nicht widerstehen, und so schossen gegen Ende des 18. Jahrhunderts Schokoladenfabriken wie Pilze aus dem fruchtbaren Schweizer Boden. Einige von Ihnen wie Lindt und Sprüngli, Nestlé, Suchard und Toblerone haben sich zu weltweiten Markenherstellern entwickelt. Zahlreiche Erfindungen wie beispielsweise der Vorgang des Conchierens zur Verbesserung der Schokoladenqualität oder die Herstellung eines speziellen Mixers zur Vermengung von Zucker und Kakaopulver machten die Schokolade zu einem wahren Exportschlager, wobei die Schweizer nicht zu Unrecht erklärten (und erklären), dass die gute Schweizer Alpenmilch entscheidend zum delikaten Endprodukt beiträgt. Und wie kommt die Milch in die Schokolade? Der Schweizer Chemiker Henri Nestlé, Namensträger eines Weltkonzerns der Lebensmittelindustrie, hatte das Milchpulver erfunden, das nun der Schokolade beigemischt wurde ? die echte Schweizer Milchschokolade trat damit ihren Siegeszug an. Jedenfalls dauerte es nicht lange, bis die ersten Chocolatiers aufbrachen, um im benachbarten Ausland ihr Glück in Sachen Schokolade zu machen ? Schokoladenpioniere aus dem Tessin und Graubünden eröffneten so Geschäfte in Italien, Deutschland, Russland und den Niederlanden.

Der Kreis schloss sich wieder, als der Schweizer Jean Neuhaus im Jahre 1857 in Brüssel ansässig wurde und dort eine Apotheke eröffnete. Sein Sohn Frédéric wechselte schließlich ins Konditoreifach und erfand Anfang des 20. Jahrhunderts mit verschiedenen Füllungen verfeinerte kleine Schokoladenstückchen, die er Pralinen nannte. Um der historischen Genauigkeit Willen sei an dieser Stelle jener unbekannte deutsche Koch erwähnt, der eigentlich als Erfinder der Praline gilt: Der vergessene Pionier tauchte knusprig gebackene Mandeln in kochenden Zucker und benannte diese Eigenkreation nach seinem Dienstherrn, dem Comte de Plessis-Praslin, einem Feldmarschall und Minister des Sonnenkönigs Ludwig XIV.

Doch zurück zu Frédérick Neuhaus, dessen traditionelles Familienunternehmen auch heute noch zu Belgiens führenden Schokoladenherstellern zählt. Die sinnlichen Pralinenkreationen tragen klangvolle Namen wie ?Séduction?, ?Aphrodite? und ?Désir? und ihr exquisiter Geschmack wird nicht zuletzt vom belgischen Königshaus sehr geschätzt. Auch andere Meister der Schokoladenkunst versetzen die Belgier in einen wahren Schokoladentaumel: Namen wie Léonidas, Godiva, Galler, Wittamer und der Shooting Star Pierre Marcolini sind weit über Belgiens Grenzen hinweg bekannt. Dass nicht nur die Brüsseler von der ?Schokodroge? Theobromin abhängig sind, beweist das alljährlich in Genf stattfindende Fest zur Erinnerung an die ?Escalade de Genève? von 1602. Damals griffen die Truppen des Grafen von Savoyen die Stadt an, doch der aufgeweckten Bevölkerung gelang es, die Eindringlinge erfolgreich zu vertreiben. Eine der Symbolfiguren ist die ?Mère Royaume?, die den gegnerischen Soldaten einen Topf mit heißer Suppe über den Kopf geschüttet haben soll. Zu ihrem Gedenken werden regelmäßig im Dezember aus Schokolade gefertigte Kochtöpfe in den Geschäften angeboten, die liebevoll mit Gemüse aus Marzipan gefüllt sind... Wer könnte da noch widerstehen?

Foto(s): © Marianne Hauck / pixelio.de

© Christian Omenitsch / pixelio.de

 

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