Lothar Schumacher © pw-internet.deFoto(s): Whyte & Mackay, Delmore, Kingfisher Airlines

Eine Flasche Whisky für 117.000 Euro

- Whisky

Nicht alles, was aus der Whisky-Destillerie Whyte & Mackay bzw. in diesem Fall von der Tochterfirma Dalmore kommt, erreicht einen Verkaufspreis pro Flasche von 100.000 Britischen Pfund = 117.000 Euro. Der bekannte schottische Whisky-Konzern und seine Tochter Dalmore füllen auch bernsteinfarbenen bis goldbraunen Whisky in ihre Flaschen, bei deren Preis dem normalen Genießer die Geruchssinne (und Nerven) nicht versagen. Der 40 Jahre alte Dalmore zum Beispiel hat einen stolzen Preis, aber er ist auch für nicht millionenschwere Genießer erschwinglich.

Weinversteigerungen sind hierzulande ja allseits bekannt. Die teuerste je versteigerte Flasche Rotwein brachte es auf 233.000 Dollar. Aber der Whisky holt auf. Die Käufer solcher Raritäten sind (noch) nicht die neuen Milliardäre aus China wie im Fall der Rotwein-Raritäten, aber zwei Herren mit indischen Wurzeln.

Jedenfalls wurde eine der drei 'Trinitas Dalmore 64 years' von dem US-Amerikaner und Whiskyraritäten-Sammler Mahesh Patel und eine von dem Londoner Whisky-Händler Sukhinder Singh erworben. Würde man den Whisky in einer Bar anbieten, käme das Glas auf US $ 5.600 oder jeder Schluck (wie klein er auch sein mag) auf mehr als US $ 1.000. Wenn überhaupt, würde solch ein Destillat natürlich in einem stilechten Nosing-Glas (siehe Foto unten) angeboten, in dem sich das in 64 Jahren herangereifte Aroma voll entfalten kann. In einem Fernseh-Interview wurde Mr. Patel gefragt, ob die Moderatoren denn nicht mal eine Kostprobe aus der teuren Flasche genießen könnten. Darauf die Antwort: "Wenn die Flasche rapide im Wert sinkt, dann ja!" Womit denn auch die ungestellte Frage beantwortet sein dürfte, dass man diesen Whisky natürlich nicht trinkt, sondern sammelt.

Beschäftigen wir uns noch etwas mit der Traditionsfirma, die 1843 gegründet wurde, aber erst nach einem Inhaberwechsel im vorvorigen Jahrhundert unter James Whyte und Charles Mackay Geltung erlangte. Das Unternehmen wechselte oft den Inhaber. Ab 2000 wurde es regelrecht bunt, was die Inhabersituation betrifft. Zeitweise war das Unternehmen zu 30 % in deutscher Hand, die unglückselige WestLB hatte sich mit 30 % beteiligt, konnte aber ihre Anteile an den südafrikanischen Tycoon Vivian Imerman und dessen Schwager verkaufen, wobei ?Vivian? in diesem Fall ein Männer-Vorname ist.

Besagter Imermann, Inhaber des Dosenobst-Konzern Del Monte, hat inzwischen die Destillerie an den indischen Tycoon Vijay Mallja (Foto links) für 595 Millionen Pfund verkauft. Der besitzt die ?United Brewery Group?, ist der zweitgrößte Spirituosen­hersteller der Welt, besitzt auch die Kingfisher Airlines, will aber an der Qualität und dem Image seiner Neuerwerbung nicht rütteln.

Das erfreut die Seele der Destillerie, nämlich den ?Master Blender? Richard Paterson, der bei offiziellen Anlässen im Kilt auftritt. Sehenswert sind seine Instruktionen über den richtigen Whisky-Genuss. Wer gut Englisch versteht, kann sich hier die Video-Clips ansehen. Jedenfalls lernen hier die Genießer, die bisher auf Cognac, Armagnac oder Obstbrände stehen, wie man einen alten Whisky würdig genießt:

1. Man trinkt aus einem Nosing-Glas, nicht aus einem klobigen ?Tumbler?. Das Nosing-Glas (Foto unten) hält man nur am Stil ? auf keinen Fall den Glaskörper mit den Händen erwärmen

2. Die erste Portion dient nur dazu, das Glas auszuschwenken und zu neutralisieren ? und dann weg mit dem Whisky in den Ausguss der Bar.

3. Dann aus derselben Flasche wieder eine neue Portion ins Glas. Dann wieder kräftig ausschwenken (?swallow it!?), dann nach jedem Schwenken ab mit der Nase tief ins Glas und die ?Note? des Whiskys einatmen.

4. Und dann genießen!

Was der Master Blender davon hält, einen alten Single Malt mit Eiswürfen zu malträtieren, zeigt er eindrucksvoll im Video. Im hohen Bogen schleudert er die Eisbröckchen durch den Saal und lässt allenfalls gekühltes (aber nicht eiskaltes) stilles, geschmacksneutrales Wasser zu. Über seine Whiskys weiß er naturgemäß nur Gutes zu berichten. Da ist der ?The Thirteen?, also der 13 Jahre alte, dann der ?Old Luxury?, der es auf 19 Jahre Reifung im Fass bringt, schließlich der ?Supreme? mit seinen 22 Jahren und der ?30 years old? ? so alt, wie eine Generation.

Der indische Eigentümer dieser edlen Whiskys engagiert sich auch in der Formel 1. In seiner fast 100 m langen Luxusyacht ?Empress of India? wird je nach Wellengang sein Whisky automatisch im Glas geschwenkt.

 

 

 

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