Behälter voll mit gekühltem Champagner

Champagner prickelt auf der Zunge

- Champagner

Wer seiner oder seinem Angebetenen Schaumwein anbietet, der erntet sicherlich skeptische Blicke. Handelt es sich bei diesem Schaumwein allerdings um einen Champagner, ist die Schlacht schon halb gewonnen. Champagner gilt immer noch als das Luxusgetränk schlechthin und manch einer würde am liebsten darin baden. Das wäre aber dann ein sehr teures Vergnügen und reinste Verschwendung dieses edlen und prickelnden Rebsaftes.

Prickelnd kam der Champagner allerdings nicht immer daher ? anfangs war er ein ganz normaler Wein aus der Champagne. Und wie kam er dorthin? Die Römer waren es, die auch als Besatzungsmacht in Gallien auf ihren Wein nicht verzichten wollten. Und die Römer waren es auch, die im vierten und fünften Jahrhundert die für die Champagnerherstellung benötigten kühlen Keller schufen. Das geschah aber eher unabsichtlich, denn die Grotten der Stadt Reims entstanden durch den Abbau von Kreidegestein, welches als Baumaterial benötigt wurde. Die Kellermeister der späteren Jahrhunderte dankten es gerne. Bei diesen Kellermeistern handelte es sich konkret um Mönche des Mittelalters, die dem Wein aus der Champagne rund 700 Jahre später eine zweite Blütezeit brachten.

Die größte Zeit des Champagners sollte aber erst noch kommen und die ist ganz eng mit der ?Erfindung des Blubberns? verbunden. Noch im 16. und 17. Jahrhundert wurde der Wein aus der Champagne ohne das gewisse Prickeln am französischen Hof getrunken. Der Sonnenkönig Ludwig XIV. konnte sich daher noch nicht dem Genuss hingeben, den sprudelnden Champagner aus dem Bauchnabel seiner Mätresse Madame de Montespan zu schlürfen. Was vielleicht auch von Vorteil war, da man es zu der Zeit nicht so sehr mit der Hygiene hatte und das Baden völlig verpönt war.

Doch zurück zum Champagner und seiner Geschichte. Hier kommt der Name Dom Perignon ins Spiel ? auch heute noch ein klangvoller Name in der Welt des Champagners. Dom Perignon war ein Benediktinermönch, der ab 1668 als Kellermeister in der Abtei Hautvillers arbeitete. Er brachte dem Champagner seinen unvergleichlichen Geschmack, indem er mehrere Rebsorten und Lagen aus verschiedenen Fässern miteinander mischte. Der Fachmann spricht hier von Verschnitt. Doch damit nicht genug. Dom Perignon war auch der erste, der aus roten Trauben einen weißen Wein herstellte. Dazu musste er lediglich die roten Traubenschalen schnell genug von der Maische trennen. Noch heute besteht Champagner in der Regel aus dem Saft zweier roten Rebsorten und lediglich einer weißen Rebsorte. Als rote Rebsorten werden Pinot Noir (Spätburgunder) und Pinot Meunier (Schwarzriesling) sowie als weiße Rebsorte Chardonnay verwendet.

Dies war ursprünglich auch mal anders, doch durch die Reblaus wurden Sorten wie Arbane oder Petit Meslier fast vollständig ausgemerzt. Auch Dom Perignon brachte das Prickeln noch nicht in den Champagner. Dies war eher eine allmähliche Entwicklung und hängt eng damit zusammen, dass Flaschen als Aufbewahrungsgefäß für Wein in Mode kamen. Dies ist Ludwig XV. zu verdanken, der 1728 den Transport von Champagner in Flaschen erlaubte. Mit manchmal verheerender Wirkung, waren die Flaschen doch tickende Zeitbomben, die durch den hohen Kohlesäurengehalt des Champagners jederzeit hochgehen konnten. Die Kohlensäure entsteht bei der Gärung, was nicht weiter auffällt, wenn der Wein in Fässern gelagert wird, weil hier die Kohlensäure durch das Holz entweicht. Bei der Flaschengärung ist das allerdings nicht möglich, so dass ein hochexplosives Prickelwasser entsteht. Insbesondere wenn ? wie im 18. oder 19. Jahrhundert ? das Flaschenglas dem entstehenden Druck noch nicht standhalten konnte. Manch Weinhändler verlor so bis zu 50 Prozent seines Champagnerbe­stan­des. Den Engländern war es dann zu verdanken, dass der Champagner in dickwandigeres Glas kam. Das Inselvolk liebte nämlich nicht nur seinen Tee, sondern auch das edle Getränk vom franzö­sischen Festland. Und sie verschlossen als erstes die Flaschen mit Korken, während die Franzosen noch mit Holzkeilen und Hanfpfropfen hantierten.

Ein weiterer wichtiger Entwicklungsschritt des Champag­ners war das Klären, denn bislang war er so trüb wie die Themse im mittelalterlichen London, als jeder Unrat dort aufs Schnellste entsorgt wurde. Und bei der Klärung des Champagners kommen die Deutschen ins Spiel ? dem deutschen Kellermeister Anton von Müller im Dienste der Witwe (Veuve) Barbe-Nicole Clicquot-Ponsardin ist es zu verdanken, dass der Champagner klar und rein wie die Unschuld wurde. Besagter Kellermeister erfand 1813 das Rüttelpult, in dem die Flasche auf dem Kopf steht und durch tägliches Rütteln die Hefe in den Flaschen­hals sank. Die Hefe lies sich nach Vereisen dann ganz einfach entfernen. Auch wenn es mittlerweile andere Verfahren gibt, ist das Rüttelpult immer noch nicht aus den Champagner-Kellern in Frankreich verschwunden.

Die Veuve Clicquot ist allen Champagner-Kennern sicherlich ein Begriff ? denn die Nobelmarke Clicquot ist der drittgrößte Produzent von Champagner aus Frankreich. Mag die Witwe auf Gemälden auch streng aus dem Bilderrahmen gucken, so hat die Dame doch für die Verbreitung von Champagner in Europa und die Etablierung als Luxusgetränk für die Reichen und Schönen gesorgt. Auch Wilhelm Busch ehrte die Witwe Clicqout auf seine Weise: ?Wie lieb und luftig perlt die Blase ? Der Witwe Klicko in dem Glase!?. Die Witwe brachte den Champagner in die Königshäuser der Welt und machte aus manch einem Frosch einen Prinzen. Denn keine Prinzessin lässt sich von einem Sekt, Crémant, Prosecco oder Cava küssen ? ein Champagner sollte es schon sein.

Foto(s): fotografen-online.de

veuve-clicquot.com

 

 

Benediktinermönch Dom Perignon
Witwe (Veuve) Barbe-Nicole Clicquot-Ponsardin
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