Franzosen am Frühstückstisch

Die Franzosen und ihre Kaffee

- Kaffee

Die Franzosen und ihr Kaffee zum Frühstück

Sind die Franzosen eine Nation der Kaffeetrinker wie etwa die Deutschen? Jein, muss man da schon sagen. Was das Frühstück betrifft, das sogenannte ?petit-déjeuner?, so ist dieses ohne Milchkaffee ? auch den Deutschen geläufig als ?café au lait? ? nicht denkbar. Die Franzosen begnügen sich immer noch mit einer großen Schale Milchkaffee, eventuell auch heißer Schokolade (?chocolat chaud?), einem Croissant und/oder einer Scheibe Toast mit Konfitüre. Schaut man sich dieses Gemälde von Joseph Bail an (1862-1921), sieht man, dass schon in ?grauer Vorzeit? das französische Frühstück im Vergleich zu dem deutschen oder englischen geradezu kärglich ausgefallen sein muss.

Geschäftsleute verzichten erst einmal gerne auf das Frühstück zu Hause, dafür sieht man sie von Calais bis Nizza in Bistros hocken und frühstücken ? oder bei gutem Wetter vor den Bistros auf Stühlen, die die Wirte in Frankreich ganz unkompliziert vor ihre Gaststätten stellen. Nur mit Milchkaffee und einem Croissant im Magen bleibt derselbige halb leer und kann so das ? den Franzosen viel wichtigere ? Mittagsessen problemlos aufnehmen.

Der US-Konzern Kraft Foods aus Illinois versorgt Frankreich mit Kaffee und hat dieses Geschäft fest in der Hand: Carte Noire, Grand?Mère und Jacques Vabre halten die meisten Franzosen für einheimische Produkte. Aber letztlich ist ihnen das bei aller Distanz zu Amerikanern und Engländern ziemlich gleichgültig. Nur eine Minderheit macht sich um den Kaffee Gedanken, die große Mehrheit um den Rotwein, die Austern und den Käse.

Natürlich haben auch die Franzosen Kaffeemarken aus französischer Hand: Cafés Henri, der im Nordosten sehr bekannt ist, Caffè Cataldi, der auch Kaffeesorten aus Indonesien röstet sowie Kaffeemaschinen und ?mühlen vertreibt oder Café Sati, der in Straßburg, also nahe der deutschen Grenze beheimatet ist. ?Cataldi? oder ?Sati? klingen eher italienisch, was wohl marketingmäßig beabsichtigt ist, zumal auch der in Frankreich bekannte ?illy?-Kaffee ein Italiener ist. Kaffees aus deutschen Röstereien hingegen sind bei unseren Nachbarn unbekannt. Man traut den Deutschen allenfalls zu, dass sie körnige Brote backen und tausende Wurst- und hunderte Biersorten produzieren können, wenngleich Dallmayr für Franzosen durchaus aussprechbar ist: Dall-mä-jee.

Italienische Kaffeesitten haben sich in Frankreich natürlich ebenso ausgebreitet wie in Deutschland. Man trinkt in den Pariser Bistros einen Espresso oder einen Cappuccino und bezahlt dafür (je nach Lage) um die acht Euro. Was das Frühstücks-Buffet betrifft, das in größeren Hotels für Touristen und Geschäftsleute aus dem Ausland inzwischen angeboten wird, so brät der an das Buffet beorderte Jungkoch mit Todesverachtung Speck und Würstchen für Amerikaner und schaut mit Schaudern zur Seite, wenn sich Deutsche Rührei und Engländer ihre Bohnen in süßlicher Soße auf den Teller häufen.

Abbildung:

?Le petit-déjeuner?

Ölgemälde von Joseph Bail

Lothar Schumacher © pw-internet.deFotos: fotografen-online.dewww.kunst-fuer-alle.de

 

Frühstück
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