Douro-Region

Der Portwein ist wieder angesagt

- Sonstiges

Portwein gehört einfach (wieder) zum Lifestyle dazu

Die Jahrzehnte, in denen jeder Drink einen leicht bitteren Touch haben musste, sind vorbei. Getränke mit einer mehr oder weniger süßen Note sind wieder angesagt,

nicht zuletzt Liköre auf Bourbon- oder Whiskybasis. Der echte Portwein aus Portugal gehört in diesen Trend, obwohl er natürlich ebenso wenig ein Likör ist, wie sein spanischer Konkurrent, der Sherry. Kein großbürgerlicher Haushalt um 1900, in dem nicht eine Karaffe mit Portwein stand. Den genehmigte man sich, wenn der

Verehrer der ?höheren Tochter? beim nachmittäglichen Tee einen guten Eindruck gemacht hatte. Bei den Briten stand und steht der ?Port? nach wie vor in hoher Gunst und das hat einen historischen Grund.

Die Briten sind die Hauptabnehmer für das süffige Getränk aus Portugal. Portwein zählt zu den Süßweinen ? auch wenn es ihn als ?Dry? oder ?Extra Secco? gibt. Der Kenner wird jedoch die süßere Variante des Portweins bevorzugen und nur ihn als ?echten? Port akzeptieren. Echt ist ein Portwein zudem nur, wenn er aus der Douro-Region im portugiesischen Norden stammt. Wie Champagner oder Cognac, ist auch Portwein ein geschützter Markenname. Das Instituto do Vinho de Porto (IVDP) wacht darüber, dass alles in diesem Zusammenhang seine Richtigkeit hat. Nur in Flaschen mit dem Siegel des IVDP ist auch wirklich Portwein aus Portugal. Und dass solche Flaschen mit einem Korken verschlossen werden, dürfte im Heimatland der Korkeichen selbstverständlich sein.

Schon 1373 unterzeichneten Portugiesen und Engländer ein Handelsabkommen, das den Engländern das relativ hochprozentige Getränk zusicherte. Im Gegenzug durften die Portugiesen vor der englischen Küste Kabeljau fischen. Hochprozentig ist der Portwein deshalb, weil man ihm während des Gärvorgangs noch zusätzlich Alkohol beimischt. Dadurch wird die Gärung unterbrochen und der Wein erhält seine charakteristische Süße durch den nicht vergorenen Restzucker. Zwischen 19 und 22 Volumenprozent Alkohol darf ein Portwein als Endprodukt aufweisen. Da ist ein kleiner Schwips schon schnell erreicht. Portwein wird daher in kleinen Gläsern, die einem Likörglas ähneln, ausgeschenkt. In Portugal wird Portwein aber auch gerne aus Grappagläsern getrunken.

Wie andere Weine auch, gibt es Portwein in verschiedenen Qualitäten. Die Qualität hängt zum einen von der Art der Trauben, zum anderen aber auch von der Reifung und dem Jahrgang ab. Durchschnittliche Jahrgänge sollten möglichst jung als ?Ruby? getrunken werden. Ruby weist auf die Farbe des Weines hin, der rubinrot daherkommt. Dies zeigt, dass er noch wenig mit Sauerstoff in Kontakt gekommen ist. Ist der Weinjahrgang überdurchschnittlich, so kann der Wein länger im Fass gelagert werden. Dadurch wird die Farbe heller, der Fachmann spricht hier von ?Tawny?, was lohfarben bedeutet. Absolute Spitzenjahrgänge werden vom IVDP als ?Vintage? deklariert. Solche Portweine sollten möglichst schnell in Flaschen abgefüllt werden und dort noch mindestens zehn Jahre reifen. Den geschmacklichen Höhepunkt erreichen Vintage-Portweine erst nach Jahrzehnten. Solch ein Spitzengewächs kann dann auch Mal 500 Euro und mehr kosten.

Wer sich nicht nur mit dem Portwein im Glas beschäftigen möchte, sondern auch wissen will, wie und wo er wächst, der sollte sich unbedingt auf eine Portwein-Route begeben. Es gibt mehrere Strecken, doch die landschaftlich wohl schönste startet von Porto aus durch die Weinberge des Tals am Douro. Wenn man es genau nimmt, ist diese Route eine Nebenstrecke des Jakobswegs. Hier lassen sich dann weltliche und geistliche Genüsse auf wundervolle Art miteinander verbinden. Bereits in Porto laden zahlreiche Portwein-Shops zum Verweilen ein. Und in den Dörfern auf der Strecke geht es damit munter weiter. Sicher lässt sich auf dem Weg auch die eine oder andere Quinta (Weingut) besichtigen. Von der Hafenstadt Gaia kann eine Tour de Portwein ebenfalls starten. Empfehlenswert ist eine Fahrt mit einem der alten Portweintransportboote nach Régna. Von dort geht es dann mit einem historischen Dampfzug durch die Weinberge. Auch auf dieser Route lässt sich natürlich der ein oder andere leckere Tropfen probieren, so dass garantiert Stimmung aufkommt. Nur der Autofahrer selbst sollte sich strikt zurückhalten und seinen ?Port? erst im Hotel trinken, denn in Portugal hat schlechte Karten, wer mehr als 0,2 Promille im Blut hat.

Foto(s): Claudia Huldi / pixelio.de

Richard Scharpenberg / pixelio.de

 

 

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