Genuss mit viel Tradition: Oktoberfestbier

- Bier

Wenn Ende September das Oktoberfest in München eröffnet wird und die Massen auf die Wiesen strömen, beginnt auch für Genießer eine besondere Zeit. Deutschlandweit werden Oktoberfeste gefeiert, die sich an dem Münchener Original orientieren und neben Haxn und Hendl auch bekannte Wiesnschmankerl wie Ochsenbraten oder Steckerlfisch anbieten. Im Mittelpunkt steht aber das Bier.

Wenn der Oberbürgermeister mit einem ?O´zapft is!? das erste Fass anschlägt und die erste Maß dem bayrischen Ministerpräsidenten überreicht, gilt das Fest offiziell als eröffnet. Zwischen schlagzeilenträchtigen Berichten über Saufgelage und Maßkrugschlägereien geht der Genuss-Aspekt des Bieres in der Regel unter. Dabei ist das auf dem Oktoberfest ausgeschenkte Bier eine wahre Spezia­lität. Die Braumeister der sechs zum Oktoberfest zugelassenen Brauereien Augustiner, Hacker-Pschorr, Hofbräu, Löwenbräu, Paulander und Spaten tragen einen internen Wettkampf aus, wer das beste Bier braut. Tatsächlich schmeckt jedes Oktoberfestbier anders. Doch auch wer nicht nach München auf die Wiesn kommt, kann sich von dem Bier überzeugen. Fast alle Brauereien bieten ihr Oktoberfestbier deutschlandweit im Getränkehandel an.

Doch was macht das Bier so besonders? Schon beim ersten Schluck stellt man fest, dass das Bier sehr süffig ist. Die kommt vom mit 13,5% bis 13,99% relativ hohen Stammwürzegehalt her. Zum Vergleich: Pils hat einen Stammwürzegehalt von etwa 11 bis 12 Prozent. Auch der geringere Kohlensäureanteil sorgt dafür, dass das Bier sanft die Kehle runterfließt. Dabei unterschätzen viele, dass der Alkoholgehalt mit etwa 5,9 % bis 6,4 % etwas höher ist, als bei anderen Bieren, die man sonst gewohnt ist. Der höhere Alkohol­gehalt rührt daher, dass es sich beim Oktoberfestbier um Märzen handelt. Dieses Bier wurde ursprüng­lich nur im März gebraut und bleibt durch den höheren Alkoholgehalt länger haltbar als anderes Bier.

Die Geschichte des Märzen

Gemäß der bayrischen Brauordnung von 1539 durfte Bier nur zwischen dem 29. September, dem Tag des Heiligen Michaels, und dem 23. April, dem Tag des heiligen Georgs gebraut werden. Das hatte weniger religiöse Gründe, als die Tatsache, dass es im Sommer nicht möglich war, untergäriges Bier zu brauen, weil dies Temperaturen von unter 10° C voraussetzt. Auch bestand beim Biersieden bei den sommerlichen Temperaturen eine erhöhte Brandgefahr. Um über den Sommer zu kommen, wurde im März dann ein Bier mit höherem Alkoholgehalt gebraut, das sich bis in den Oktober hinein hielt. In Felsenkellern und mit Eisblöcken wurde das Bier bei etwa 0°C gelagert. Auf zahlreichen Volksfesten, die man nach der Ernte und zum Almabtrieb feierte und auch immer noch feiert, wurden dann Ende September und Anfang Oktober die Vorräte aufgebraucht, bis es Mitte Oktober wieder frisches Bier gab. Heutzutage spielen die Außentemperaturen beim Brauen natürlich keine Rolle mehr. Dennoch ist die Tradition geblieben und die Brauweise nach dem Bayrischen Reinheitsgebot und der hohe Stammwürzegehalt sogar vorgeschrieben.

An den Brauereien sind Überbleibsel dieser alten Brautradition zu finden, die man auf den ersten Blick damit gar nicht in Verbindung bringt. So findet man entlang der Brauereien immer noch zahlreiche Rosskastanien, die nicht nur den Biergartenbesuchern im Sommer willkommenen Schatten spenden, sondern auch die Keller und ihre Zugänge vor zu starker Erhitzung schützten.

Oktoberfestbier in Zahlen und Fakten

Im Durchschnitt wurden in den letzten Jahren auf dem Oktoberfest 7 Millionen Liter Bier an die 6,5 Millionen Besucher ausgeschenkt. Zur Tradition in den Festzelten gehört es, dass der Kapellmeister jede Viertelstunde den Maßkrug erhebt und nach einem ?Prosit der Gemütlichkeit? das gesamte Bierzelt sich zuprostet. Dabei trinkt jeder Gast etwa 0,1 Liter Bier. Bei 5000 Besuchern macht das 500 Liter und bei einem Bierpreis von etwa 10 Euro pro Maß 5000 Euro in wenigen Sekunden. Das größte Festzelt auf dem Oktoberfest bietet Platz für 8.450 Gäste. Kein Wunder also, dass es sich dabei auch um ein Riesengeschäft handelt und die Brauereien, die ein offizielles Oktoberfestbier brauen dürfen, diesen Status auch verteidigen wollen. So sind allein Brauereien zum Oktoberfest zugelassen, die auch im Münchener Stadtgebiet ansässig sind. Auch wenn mittlerweile Großkonzerne hinter manchen Marken stecken, wird doch ein gewisser Teil der alten Tradition gewahrt. Nur ist das etwas schade, dass Münchener Kleinbrauereien keinen Zugang haben, obwohl sie sehr gute Biere brauen und es sicher auch spannend herauszuschmecken wäre, wie deren Oktoberfest-Märzen geraten sind. Jedoch wird in der bayerischen Landeshauptstadt befürchtet, dass bei geänderten Zulassungsvoraussetzungen die Zulassungen europaweit ausgeschrieben werden müssen und dann auch Nicht-Münchener Brauereien zugelassen werden müssten.

Foto(s): By senator86 (Own work), CC-BY-SA-3.0, via Wikimedia Commons

By Schlaier (Own work), Public domain, via Wikimedia Commons

 

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